Eiablage bzw. Bestiften

Die mit Nummer 51 gekennzeichnete Königin während der Eiablage, umringt von ihren Hofstaatbienen. (Foto: © Helga R. Heilmann)

Das auch als Bestiften bezeichnete Ablegen von Eiern in Zellen, die von den Arbeiterinnen vorbereitet worden sind, durch die Königin, begonnen einige Tage nach erfolgter Begattung.


Von diesen Zellen gibt es (auf den Durchmesser bezogen) zwei Typen: kleine (5,2 - 5,4 mm) für Arbeiterinnen und größere (6,2 - 6,4 mm) für Drohnen.

Letztere werden aber nur gebaut, wenn für die Fortpflanzungsperiode die Aufzucht von Drohnen sinnvoll ist. Ihr Anteil am gesamten Zellbestand kann dann bis zu 10 % betragen. Bei der Eiablage, deren Hauptzeit zwischen Mitte April und Mitte Juni liegt, geht die Königin dann folgendermaßen vor: Zunächst inspiziert sie die dafür ausgewählte Wabenzelle, indem sie ihren Kopf hineinsteckt und mit den Vorderbeinen deren Durchmesser ermittelt. In einem nächsten Schritt dreht sie sich um, stützt sich mit den Beinen auf dem Zellrand auf, führt das Hinterleibsende bis zum Zellgrund ein und heftet das abgelegte Ei auf dem Zellboden fest. In kleine Zellen legt sie befruchtete Eier. Aus ihnen werden Weibchen. In große Zellen legt sie unbefruchtete Eier. Aus ihnen werden Drohnen. Somit bestimmt nicht die Königin über das entstehende Geschlecht, sondern die Arbeiterinnen, deren Vorgaben sie lediglich umsetzt. Beim Bestiften der Waben hält die Königin eine sogenannte Brutnestordnung ein. Sie beginnt die Eiablage in der Mitte der Wabe in eindeutig leeren Zellen, welche in der Nähe von solchen Zellen liegen, die bereits mit Brut bestückt sind (falls vorhanden).  Dabei füllt sie erst die Anfangswabe in konzentrischen Kreisbahnen auf, bevor sie nach und nach die nächsten Waben einbezieht. So entstehen immer Brutregionen, die zusammenhängen und im Zentrum liegen.

Die Eiablage in Zahlen: Jährlich legt eine Königin 112 000 bis 200 000 Eier. Im Sommer sind dies täglich zwischen 1 000 und 2 000 Stück, das heißt ein bis zwei Eier pro Minute. Sie setzt somit jeden Tag ihr eigenes Körpergewicht an Eiern ab. Nach 3-4 Jahren ist der Spermienvorrat aus dem Hochzeitsflug erschöpft. Aus den nur noch unbefruchteten Eiern schlüpfen nur noch Drohnen. Man sagt, die Königin ist drohnenbrütig. Sie wird dann von den Arbeiterinnen getötet.