Sterzeln

Eine sterzelnde Biene erkennt man an ihrer typischen Körperhaltung: Der Hinterleib ist schräg nach oben gestreckt und seine Spitze leicht nach unten abgeknickt. Dadurch kommt zwischen dem sechsten und siebten Hinterleibssegment die Nasanovdrüse zum Vorschein. (Foto: © Helga R. Heilmann)

Sterzeln ist das Schräg-nach-oben-strecken des Hinterleibes verbunden mit der Abgabe eines Duftstoßes (Pheromon), dessen Verteilung durch gezieltes Flügelschwirren (Fächeln) verstärkt wird.


Die Anlässe zum Sterzeln können verschieden sein. Der freiwerdende Sterzelduft dient dabei aber stets der Kommunikation. So sorgt er je nach Abgabeort z.B. dafür,

- dass das Volk im Stock, aber auch in der Schwarmtraube zusammenhält,

- dass ergiebige Wassersammelstellen und Futtersammelplätze markiert werden können und

- hilft hauptsächlich den heimkehrenden Sammlerinnen bei der Orientierung, wenn er unmittelbar vor dem Flugloch abgegeben wird. Dabei haben die "Landehelferinnen“ immer den Kopf der Beutenwand zugewandt.

Sterzeln ist nur möglich durch das Zusammenspiel von Körperhaltung und Anatomie. Der Hinterleib einer Biene ist in bewegliche Segmente unterteilt. Vom hinteren Rand des sechsten Hinterleibsegmentes (überdeckt) liegt zwischen dem sechsten und siebten (zunächst nicht sichtbar) die Nasanovdrüse. Sie tritt erst dann zum Vorschein, wenn die Biene ihren Hinterleib erhebt und seine Spitze etwas nach unten krümmt. Dabei wird der Vorderrand des siebten Segmentes nach außen gestülpt und dient so als vergrößerte Verdunstungsoberfläche. An dieser typischen Körperhaltung ist eine sterzelnde Biene grundsätzlich zu erkennen.