Schlafen

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Die Bienen schlafen bevorzugt in Gruppen am Rand der Waben. (Foto: © Helga R. Heilmann)

Ein Verhalten, das vermutlich in erster Linie der Gedächtniskonsolidierung dient. Der Körper verharrt in entspannter Haltung und weitgehender Bewegungslosigkeit unter Aufrechterhaltung der lebenswichtigen Funktionen.


Vor allem nachts kann man in ruhigen Randbereichen eines Nestes (z.B. am oberen Wabenrand) Bienen beobachten, die zum Teil in Gruppen versammelt oft stundenlang unbeweglich verharren - sie schlafen. In seltenen Fällen werden schlafende Bienen auch außerhalb der Kolonie angetroffen.

Man erkennt eine schlafende Biene an ihrer charakteristischen Körperhaltung. Aufgrund fehlender Muskelspannung sind ihre Beine eingeknickt oder hängen herab, wenn sich die Bienen zwischen Waben festgeklemmt hat (eine Neuentdeckung durch die HOBOS-Endoskopie) und ihre Fühler hängen herunter. Die Bewegungen der Fühler lassen allmählich nach und sie beginnen sich in Richtung Kopf abzusenken. Je näher ihre Spitzen dem Kopf sind, desto tiefer schläft die Biene. Ihre Thoraxtemperatur kühlt in dieser Ruhestellung langsam auf die der Umgebung ab, so dass sie keinen Beitrag mehr zur Thermoregulation leisten kann. Wenn eine schlafende Biene durch bestimmte Reize geweckt wird, reagiert sie, indem sie typische Putzbewegungen ausführt. Bei den Arbeiterinnen kann der Schlaf je nach Alter und der entsprechenden Berufsgruppe unterschiedlich ausfallen. So weisen beispielsweise die Jungbienen keinen ausgeprägten Tag-Nacht-Rhythmus auf und ihr Schlaf ist auch nicht lange andauernd. Bienen können prinzipiell außerhalb der Zellen oder in ihnen ruhen. Die Bienen, die am meisten in den Zellen schlafen, haben in der Regel das geringste Alter. Sammelbienen haben einen markanten 24-Stunden-Schlaf-Wach-Rhythmus. Sie schlafen vor allem nachts, außerhalb der Zellen, mit nur wenigen Unterbrechungen und auch länger, durchaus bis zu 30 Minuten am Stück. Dass ein derart ausgeprägter Schlaf nur bei ihnen zu beobachten ist, lässt sich dadurch erklären, dass gerade sie im Außendienst besonders hohe physische und kognitive Leistungen erbringen müssen.