Sammeln von Wasser

Foto: Sammeln von Wasser
Wassersammlerinnen bevorzugen kleinräumige Wasserzugänge. Große, offene Flächen sind weniger beliebt. (Foto: © Helga R. Heilmann)

Herbeischaffen von Wasser durch meist spezialisierte Sammlerinnen in ihrer Honigblase, zum Zwecke der Temperatur- bzw. Feuchteregulierung an warmen Tagen, für die Verdauung und Bereitung des Futters.


Spezialisierte Sammlerinnen können mit ihrem Rüssel Wasser von offenen Gewässern aufnehmen und anschließend in ihrem Honigmagen zum Nest transportieren. Pro Tag verbraucht ein Bienenvolk insgesamt durchschnittlich 200 ml Wasser. Der aktuelle Wassereintrag muss immer wieder dem Bedarf angepasst werden, weil Wasser nicht in der Beute gespeichert wird.

Die Wasserholerinnen stechen unter den anderen Sammelbienen dadurch hervor, dass sie einen durch die absolut volle Honigblase besonders aufgetriebenen Hinterleib aufweisen. Er ist deutlich zu erkennen, wenn die Bienen in die Beute hineinlaufen. Die Wasserholerinnen verbrauchen das Wasser nicht selbst, sondern geben es an Stockbienen weiter. Der Wasserbedarf des Volkes lässt sich daran erkennen, wie begierig die Stockbienen das Wasser abnehmen. Der Grad dieser Begierde ist ein Maß für den aktuellen Bedarf und stellt somit einen Regelmechanismus dar. Bei geringem Wasserbedarf begeben sich die Wasserholerinnen selbst in die Beute, um dort ihr Wasser so lange anzubieten, bis es ihnen abgenommen wird. Ist der Wasserbedarf des Volkes gering, fliegen sie erst nach längerer Zeit wieder aus oder stellen das Sammeln von Wasser sogar vorübergehend ein. Bei Wassermangel werden sie hingegen bereits am Flugloch angebettelt, sehr rasch entladen und dadurch sofort zu einem neuen Sammelflug angetrieben. Auf diese Weise sind bis zu 100 Ausflüge pro Tag und Biene möglich. Generell ist die Sammelfrequenz jedoch von individuellen und rassenspezifischen Unterschieden abhängig, wobei Wasserholerinnen aber immer deutlich aktiver sind als Nektarsammlerinnen.