Nahrungsweitergabe (Trophallaxis)

Foto: Nahrungsweitergabe (Trophallaxis)
Nachdem zwei Bienen über ihre Fühler miteinander Kontakt aufgenommen haben, öffnet die Geberin (rechts) weit ihre Mandibeln und würgt dabei ein Flüssigkeitströpfchen hoch. Dieses kann dann von der Abnehmerin (links) mit ihrem ausgestreckten Rüssel aufgenommen werden. (Foto: © Helga R. Heilmann)

Zwischen einzelnen Bienen stattfindende Nahrungsweitergabe, die der gegenseitigen Fütterung, der Honigbereitung (indirekt) und als eine Form der Kommunikation dienen kann.


Trophallaxis wird ausgelöst, wenn einerseits Stockbienen und andererseits Sammlerinnen, die mit Nektar oder Wasser heimkehren, über ihre Fühler miteinander Kontakt aufnehmen. Die Sammlerin würgt dann den Inhalt ihrer Honigblase hoch und erbricht ihn. Während sie ihren Rüssel zurückzieht, öffnet sie weit ihre Mandibeln. Sogleich wird auf der Oberseite ihrer Rüsselbasis ein Flüssigkeitströpfchen sichtbar. Dieses wird durch die annehmende Biene rasch aufgenommen, indem sie ihren Rüssel vollständig ausfährt und in das Tröpfchen steckt. Auf diesem Weg wird nicht nur der Nektar, sondern auch die Information, wie z.B. über die Qualität und Quantität des Sammelgutes weitergegeben. Dadurch werden die Empfänger dem aktuellen Bedarf entsprechend angeregt, gezielte Tätigkeiten auszuführen, wie beispielsweise Nahrung weiterzureichen, zu füttern oder zu Sammelflügen aufzubrechen. Somit ist Trophallaxis auch eine Voraussetzung für die Honigbereitung, bei der der Nektar von Biene zu Biene über mehrere Honigmägen wandert (Futterstrom). Hierbei werden dem Nektar immer mehr Enzyme beigesetzt, bis er schließlich in Vorratszellen eingelagert wird. Die Trophallaxisrate (Anzahl der Trophallaxiskontakte einer Arbeitsbiene in einem bestimmten Zeitraum) ist vor allem von zwei Faktoren abhängig: von der Stocktemperatur und vom Alter der beteiligten Arbeiterinnen. Trophallaxis findet ebenfalls statt zwischen Arbeiterinnen und Drohnen zum Füttern der Drohnen. Das gleiche betrifft Königin (Abnehmerin) und Arbeitsbienen (Geberinnen). Ein Sonderfall ist das „nachtanken“ von Heizerbienen. Im Brutnest durch „Tankstellenbienen“. Außerdem werden durch die Trophallaxiskontakte zwischen den Bienen Botenstoffe im Bienenvolk verbreitet, wie die Königinnen-Substanz, die dem Volk Auskunft über die Anwesenheit einer gesunden Königin gibt.