Bauketten

Foto: Bauketten
Bauketten aus Arbeiterinnen, die mit ihren Beinen ineinander verhakt sind und deren Funktion trotz zahlreicher Spekulationen noch immer nicht geklärt ist, hängen dort an den Waben, wo neue Zellen entstehen sollen. (Foto: © Helga R. Heilmann)

Errichten lebender Gerüste aus einem lockeren Gefüge miteinander verbundener Arbeitsbienen aller Tätigkeitsbereiche und Altersstadien, mit deren Hilfe die Baubienen neue Waben anlegen oder defekte ausbessern können.


In einem Bereich des Bienennestes, in dem noch keine Waben vorhanden sind (z. B. im Baurahmen oder zwischen der Höhlenwand und der entstehenden Wabe), verhaken sich zahlreiche Bienen mit ihren Füssen zu langen Ketten, ein Zustand, in dem sie über längere Zeit unbeweglich verharren. Jede einzelne Biene trägt somit das Gewicht aller unter ihr hängenden Arbeiterinnen. Dabei sind ihre Köpfe typischerweise immer nach oben und ihre Hinterleibe nach unten ausgerichtet. In den Zwischenräumen dieser Anordnung sind die Baubienen zugange, arbeiten hier mit den vier Grundbautechniken und verrichten auch Tätigkeiten wie das Ausschwitzen von Wachsschüppchen und die Wachsaufbereitung. Ebenfalls wird während des Bauens die Wandstärke der Zellanfänge ständig kontrolliert. Hierzu dienen die Sinnesorgane an den Fühlern als wichtiges Messinstrument. Jedoch ist es bis heute eine noch ungeklärte Frage, welche genaue Bedeutung hinter dieser Verhaltensweise steckt. Es könnte sein, dass Bauketten denjenigen Bienen als „Räuberleiter“ dienen, die zu Boden gefallene Wachsschuppen wieder zur Baustelle hoch transportieren. Möglicherweise haben wir auch eine lebende Schablone von Größe und Ausrichtung der entstehenden Wabe vor uns.