Bienen-Gepäck im Dienste der Wissenschaft

Bee-ID-Auftakt in Würzburg: v.l.n.r.: Geschäftsführer von microsensys Reinhard Jurisch, Jan Gablovsky und Sebastian Krüger von microsensys, Dr. Anne Grothmann von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, Konrad Öchsner (HOBOS, Universität Würzb
Bee-ID-Auftakt in Würzburg: v.l.n.r.: Geschäftsführer von microsensys Reinhard Jurisch, Jan Gablovsky und Sebastian Krüger von microsensys, Dr. Anne Grothmann von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, Konrad Öchsner (HOBOS, Universität Würzburg) und Prof. Sergio Montenegro (Informatik, Universität Würzburg) (Foto: Helga R. Heilmann)

Es ist nicht nur der süße Honig, der die Bienen so interessant macht. Auch ihr Verhalten und ihre Lebensweise faszinieren Naturliebhaber und Wissenschaftler gleichermaßen. Am Montag, den 29. Februar 2016, fand deshalb in den Würzburger HOBOS-Räumlichkeiten am Hubland die offizielle Auftaktveranstaltung zum Projekt Bee-ID (Deutsch: „Multifunktionale RFID Transponder für das Monitoring des Nutztieres Biene“) statt.


Hierbei handelt sich um ein Würzburger Forschungsprojekt, das einzelne Honigbienen mit winzigen Mikro-Chips ausstattet, um ihr Verhalten und ihre Lebensweise verfolgen zu können. In dem neuen Projekt soll ein RFID-Monitoring-System entwickelt werden, das weltweit Einsatz in der Erforschung und Haltung der Honigbiene und anderer Insekten finden soll. Dieses System besteht aus neuen, bisher technologisch weltweit noch nicht realisierten RFID Transpondern und den ebenfalls neu zu entwickelnden Detektorantennen. Das geplante System soll die Identifizierung und die Beobachtung des Verhaltens von Bienen deutlich erleichtern. In einer für Imker geplanten Variante soll das System das Auffinden der Bienenkönigin im Stock sowie die Überwachung der Vitalität der Königin ermöglichen. Für die Bienenforschung soll die Integration von Zusatzfunktionen wie z.B. Datenlogger zur Aufzeichnung der Bewegungen der Biene oder Messung von Temperatur, Feuchtigkeit oder anderen Größen am Ort der Biene entwickelt werden.

Über das Internet-Portal HOBOS (www.hobos.de) lassen sich Honigbienen weltweit live über verschiedene Kameras beobachten. Zwei Kameras überwachen den Stockeingang und die Endoskopkamera zeichnet permanent das Leben im Stock auf. Vielfältige Daten werden innerhalb und außerhalb des HOBOS-Bienenstockes live aufgenommen, etwa Messwerte zur Temperatur, zum Gewicht, zu Ein- und Ausflügen und zum Wetter. Künftig sollen auch noch die mit Mikrochips ausgestatteten Bienen Daten liefern. So können sich viele für den Menschen wichtige Aspekte der Ökologie zeigen. Die Erfurter Firma microsensys hat das Projekt zusammen mit dem HOBOS-Team der Universität Würzburg entwickelt. Der Projektträger der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (ptBLE) betreut das Projekt. Die Förderung erfolgt durch die Landwirtschaftliche Rentenbank.