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„HOBOS ist ein Paradebeispiel für eine neue Unterrichtskultur“
Studienrat Christoph Bauer vom Würzburger Deutschhaus-Gymnasium (DHG) und HOBOS-Projektleiter Professor Jürgen Tautz sprechen erstmals über ihre HOBOS-Kooperation.
Wenn ein Schullehrer einen Universitätsprofessor trifft, hat das meist tiefer gehende Gründe. Mit HOBOS (HOneyBee Online Studies) verfolgen beide das Ziel, im Rahmen schulischer Veranstaltungen Schüler für aktuelle Fragen der Naturwissenschaft und Forschung zu begeistern, denn Naturwissenschaft und Technik haben eine hohe Bedeutung in unserer Gesellschaft.
Herr Professor Tautz, was macht HOBOS aus?
Tautz: Über die Online-Plattform HOBOS (www.hobos.de) haben die Schüler Zugriff auf modernste Techniken und können sich ganz einfach in einem echten Honigbienenstock einloggen. Schüler können über HOBOS die Faszination der Forschung selbst erfahren, denn HOBOS ist Wissenschaft. In seiner Anlage ist HOBOS ein Paradebeispiel für eine neue Unterrichtskultur, wie sie der Schule des 21. Jahrhunderts angemessen ist.
Herr Bauer, seit wann kooperiert das Deutschhaus-Gymnasium mit dem universitären HOBOS-Projekt?
Bauer: Seit über einem Jahr.
Was haben Ihre Schüler genau mit HOBOS gemacht?
Bauer: Die Schüler haben selbstständig in Kleingruppen für die Aufgabenstellung „Temperaturregulation im Bienenstock“ wichtige von HOBOS bereitgestellte Messdaten ermittelt, diese anschließend grafisch aufgetragen und schließlich mithilfe der Grafiken Fragen nach der Temperaturregulation im Bienenstock beantwortet. Dadurch haben sie Schlüsselkompetenzen, wie Selbstständigkeit, Teamfähigkeit und den Umgang mit großen Datenmengen, erlernt und eingeübt.
Wie lange haben Sie mit HOBOS im Gymnasialunterricht gearbeitet? In welcher Jahrgangsstufe?
Bauer: Konkret habe ich in drei verschiedenen sechsten Klassen den Wärmehaushalt des Honigbienenstocks mit der Außentemperatur verglichen. Über HOBOS konnten die Schüler mithilfe der dort gewonnenen Daten verschiedene naturwissenschaftliche Fragestellungen praxisnah beantworten.
Herr Professor Tautz, wie ist HOBOS mit dem bestehenden Lehrplan zu verknüpfen?
Tautz: HOBOS ist eine Innovation für den Schulunterricht. Neue Medien und die Arbeit mit dem Computer nehmen einen viel breiteren Raum ein als früher. Schüler lassen sich nicht mehr so leicht mit unzeitgemäßen Themen hinter dem Ofen hervorlocken. Der Live-Gedanke von HOBOS entspricht somit den Schülervorstellungen heutzutage sehr. HOBOS ergänzt den Lernstoff und bietet neue Ansätze für den Unterricht. Die fachlichen Schwerpunkte liegen auf Biologie, Mathematik und Physik, womit ein interdisziplinäres Betätigungsfeld aufgespannt wird. Die Jugendlichen werden dabei u.a. im Rahmen von Fach- und Projektarbeiten in den direkten Kontakt mit Wissenschaftlern gebracht und an aktuelle Forschungsinhalte herangeführt. HOBOS lässt sich in Einzel- und Gruppenarbeit durchführen und ist sowohl für den lernschwachen als auch für den hochbegabten Schüler geeignet.
Herr Bauer, was bietet HOBOS Schülern?
Bauer: HOBOS bietet den Schülern verschiedenste Facetten. In der Unterstufe des Gymnasiums werden den Schülern grundlegende Kompetenzen, wie der Umgang mit großen Datenmengen und das Herausfiltern der passenden Informationen, vermittelt. In der Mittelstufe können die Schüler über projektorientierten Unterricht lernen, selbstständig zu arbeiten. Hierbei werden erste naturwissenschaftliche Fragestellungen aufgeworfen und beantwortet. In der Oberstufe kann HOBOS die Brücke in die Universität darstellen. Innerhalb der W-Seminare können sich die Schüler schon mit aktuellen naturwissenschaftlichen Themen befassen und so an das universitäre Arbeiten herangeführt werden. Sicherlich bietet HOBOS auch für andere Schulformen unglaubliche Möglichkeiten.
Herr Professor Tautz, und was bietet HOBOS Lehrern?
Tautz: Lehramtsstudenten und Lehrer unterschiedlicher Fächer werden mit kostenlosen Unterrichtsmaterialien versorgt und mit HOBOS-Veranstaltungen direkt angesprochen. Die Lehr-, Lern- und Forschungsplattform HOBOS ist derart vielseitig einsetzbar, dass Lehrer hier Aufgaben mit wenig Zeitaufwand bis hin zu sehr umfangreichen und abwechslungsreichen Projekten finden, die auch eine ganztägige, sinnvolle Beschäftigung der Schüler garantieren. Zur Erarbeitung dieses Angebots sind auch Studenten und Lehrer eingeladen.
Von Kristina Vonend
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